Gesund und fit 50+ in Freiburg-Weingarten

Wenn’s am Ehrenamt hängt – Was kommunale Bewegungstreffs leisten und was fehlt

Beispiel zeigt Ältere Damen Gesund und fit 50+ in Freiburg-Weingarten.

© Gerlinde Gallus, Bildarchiv forum Weingarten e.V.

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Projektüberblick

Das Projekt „Gesund und fit 50+“ in Freiburg-Weingarten ist ein niedrigschwelliges, ehrenamtlich getragenes Bewegungsangebot im öffentlichen Raum. Es zeigt, wie regelmäßige Bewegung, soziale Begegnung und Quartiersbindung auch mit einfachen Mitteln gefördert werden können – ohne Anmeldung, Mitgliedschaft oder sportliche Vorkenntnisse. Das laufende Angebot basiert stark auf dem Engagement einer langjährigen Kursleitung und wird quartiersbezogen unterstützt. Als zentrale Herausforderung zeigt sich neben der Nachfolgefrage auch die Erreichung von Männern, die deutlich seltener teilnehmen als Frauen. Gerade deshalb macht das Beispiel deutlich, wie wichtig Anerkennung, Nachfolgeplanung und quartiersbezogene Unterstützungsstrukturen für die langfristige Stabilität solcher Kleinstformate sind. 

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Kommunale Prävention

Zentrale Erkenntnisse

  • Projektlogik: Ehrenamtlich getragenes, quartiersnahes Bewegungstreff-Angebot im öffentlichen Raum, entstanden im Kontext baulicher und sozialer Quartiersentwicklung; eingebettet in Quartiersarbeit Weingarten-West des Forum Weingarten e. V.; 2011 ins Leben gerufen.
  • Zielgruppe: Bewohner:innen 50+ in Weingarten-West (insb. aus dem Hochhaus an der Bugginger Straße); faktisch überwiegend ältere Frauen im Ruhestand.
  • Zentrale Bausteine: Wöchentlicher Treff mit Spaziergang, Gymnastik, Gleichgewichtsübungen, Dehnen und Austausch (draußen); Senioren-Aktivplatz als niedrigschwellige Infrastruktur.
  • Umsetzung & Steuerung: Partizipative Planung des Aktivplatzes; Quartiers-Lizenz der Stadt Freiburg für die Kursleitung; Unterstützung durch Forum Weingarten e. V. bei Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit.
  • Wirkung & Verstetigung: Keine formale Evaluation; konstante Teilnahme, soziale Bindung und Alltagseinbindung als wichtigste Wirkungsindikatoren; hohes Verstetigungsrisiko durch Abhängigkeit von Einzelperson.
Wenn ich nicht mehr kann, dann ist es vorbei. Ich leite das komplett allein. Und ich denke, so wird das auch bleiben.“ „Man müsste eigentlich jedem den Stecker vom Fernseher rausziehen. Anders kommt man an manche gar nicht ran.

Gerlinde Gallus, Kursleiterin,
Interview vom 04.04.2025

Erfolgsfaktoren

  • Soziale Nähe zur Zielgruppe und persönliches Vertrauensverhältnis zur Kursleitung (langjährige, zentrale Bezugsperson).
  • Verlässliche Regelmäßigkeit schafft Struktur und Bindung.
  • Niedrigschwellige Infrastruktur im direkten Wohnumfeld erleichtern die Teilnahme.

Stolpersteine

  • Hohe Abhängigkeit von Einzelpersonen.
  • Schwer erreichbare Zielgruppen (Männer und Menschen mit Migrationsgeschichte werden kaum erreicht, trotz offener Ausrichtung).
  • Fehlende strukturelle Absicherung (z.B. Honorare, Vertretungen, Nachfolge, strukturelle Finanzierung).

Lessons Learned

Key Take-Aways für andere Kommunen

  • Kleinstformate können sehr wirksam sein, wenn Vertrauen und Verlässlichkeit stimmen.
  • Bauliche Infrastruktur sollte mit sozialer Aktivierung zusammengedacht werden.
  • Ehrenamt braucht Nachfolgeplanung, Anerkennung und Backup-Strukturen.
  • Offene Angebote erreichen Männer und migrantische Gruppen nicht automatisch.

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