Generationennetz Gelsenkirchen

Partizipation und Netzwerkarbeit als Schlüssel zur Gesundheitsförderung (Beispiel „Generationennetz Gelsenkirchen e. V.“)

Nachbarschaftsstifter im Generationennetz Gelsenkirchen e.V.

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Projektüberblick

Das Generationennetz Gelsenkirchen ist eine stadtweit verankerte Koordinationsstruktur für Teilhabe, Beratung und Engagement im Alter. Es verbindet Infocenter und Außenstellen für niedrigschwellige Beratung zu Pflege, Wohnen, Teilhabe und Alltagsfragen mit ehrenamtlichen Nachbarschaftsstifter:innen, ZWAR-Gruppen („ZWischen Arbeit und Ruhestand“) und bewegungsfördernden Quartiersprojekten. Ältere Menschen werden dabei nicht nur als Zielgruppe, sondern als aktive Mitgestalter:innen ihres Lebensumfelds verstanden. Finanziert wird das Generationennetz hybrid: Die Stadt Gelsenkirchen trägt als Hauptförderin den überwiegenden Anteil der Personalkosten, ergänzt durch Mitgliedsbeiträge, Sachleistungen und Drittmittel. Das Beispiel zeigt, wie kommunale Altenarbeit, Zivilgesellschaft und soziale Träger gemeinsam Ermöglichungsstrukturen schaffen können, die Selbstständigkeit und soziale Teilhabe bis ins hohe Alter unterstützen. 

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Kommunale Prävention

Zentrale Erkenntnisse

  • Projektlogik: Stadtweit verankerte Ermöglichungsstruktur für Beratung, Engagement und Teilhabe älterer Menschen im Quartier – kein Einzelprojekt, sondern kommunale Infrastruktur.
  • Zielgruppe: Ältere Menschen in Gelsenkirchen, besonders alleinlebende, armutsbetroffene und migrantische Zielgruppen; ergänzend Menschen ab 50 in ZWAR- und Bewegungsformaten.
  • Zentrale Bausteine: Fünf dezentrale Infocenter, 32 Außenstellen stadtweit, Nachbarschaftsstifter:innen (SeNa), ZWAR-Gruppen (Zwischen Arbeit und Ruhestand), Spaziergangsgruppen; BEWEGTplus als bewegungsförderliche Quartiersentwicklung.
  • Umsetzung & Steuerung: Hauptamtliche Koordination plus qualifiziertes Ehrenamt; partizipative Angebotsentwicklung mit Stadtverwaltung, Trägern, Moscheegemeinden, AWO, Sport und Altenhilfe; hybride Finanzierung aus kommunaler Förderung, Mitgliedsbeiträgen, Sachleistungen und Drittmitteln.
  • Wirkung & Verstetigung: Regelmäßige interne und projektbezogene Evaluation; starke Quartiersnähe und Übertragung gelungener Formate in weitere Stadtteile; Verstetigung über Kommune, Partner, Eigenleistungen und Drittmittel.
Es geht uns nicht um ein weiteres Einzelprojekt, sondern um echte Ermöglichungsstrukturen für Engagement, Beratung und Hilfe vor Ort.

Linda Benkel,
Interview vom 14.04.2025

Erfolgsfaktoren

  • Soziale Nähe und lokale Vernetzung (Ansprache Älterer über vertraute Strukturen im Quartier, dezentrale Anlaufstellen).
  • Qualifiziertes Ehrenamt mit hauptamtlicher Begleitung.
  • Partizipative Angebotsentwicklung mit der Zielgruppe für mehr Akzeptanz, Eigenverantwortung und Passfähigkeit.
  • Community-nahe Zugänge für migrantische Zielgruppen.

Stolpersteine

  • Zugang zu Männern und zu einsamen, hochaltrigen und migrantischen älteren Menschen bleibt schwierig.
  • Heterogene Fitnesslevel, Sprachbarrieren, Mobilitätshürden.
  • Finanzierung nach Projektende bleibt kritisch.

Lessons Learned

Key Take-Aways für andere Kommunen

  • Struktur schlägt Projektlogik: dauerhafte Anlaufstellen schaffen Vertrauen.
  • Ehrenamt wirkt nur mit Qualifizierung, Begleitung und hauptamtlichem Rückgrat.
  • Interkulturelle Zugänge gelingen über Personen aus den Communities.
  • Bewegungsangebote verbinden Gesundheit und soziale Teilhabe.

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