Prävention beginnt im Quartier

Stadtteilgesundheit als Zukunftsmodell am Beispiel „München – gesund vor Ort“

Gesundheitstag an einem sonnigen Tag in einem Park mit Informationsständen, Mitmachangeboten und Besucher:innen auf einer großen Grünfläche, umgeben von Hochhäusern.

© München gesund vor Ort

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Projektüberblick

„München – gesund vor Ort“ ist Teil des Münchner Konzepts Stadtteilgesundheit und setzt vier zentrale Bausteine um: Präventionsketten, quartiersbezogenes Gesundheitsmanagement, GesundheitsTreffs und Gesprächsrunden mit gesetzlichen Krankenkassen. Auf Basis kleinräumiger Bedarfserhebungen und lokaler Netzwerke entstehen wohnortnahe Maßnahmen zu Bewegung, Ernährung und psychischer Gesundheit in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen. Die Förderung erfolgt über das Präventionsgesetz in Kooperation mit der AOK Bayern. Die Verstetigung wird über städtische Mittel und Gesundheitsmanager im Gesundheitsreferat abgesichert. Das Beispiel zeigt, dass Gesundheitsförderung im Quartier verbindliche kommunale Strukturen, ressortübergreifende Zusammenarbeit und langfristige Finanzierung braucht. 

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Kommunale Prävention

Zentrale Erkenntnisse

  • Projektlogik: Quartiersbezogenes Gesundheitsmanagement der Landeshauptstadt München (Stadtteilgesundheitsmodell, das Gesundheitsförderung in Neubaugebieten und sozial benachteiligten Stadtteilen systematisch aufbaut); seit 2018 aufgebaut und seit 2023 in das übergeordnete Konzept Stadtteilgesundheit eingebettet.

  • Zielgruppe: Primär Fachkräfte und lokale Akteur:innen; darüber Bewohner:innen vulnerabler Quartiere mit besonderem Fokus auf gesundheitliche Teilhabe und niederschwellige Prävention.

  • Zentrale Bausteine: Vier Bausteine: Präventionsketten, Gesundheitsmanagement, GesundheitsTreffs und Gesprächsrunde mit gesetzlichen Krankenkassen; Maßnahmen zu Bewegung, Ernährung, psychischer Gesundheit u. a.

  • Umsetzung & Steuerung: Gebietsauswahl nach sozialen Herausforderungen, ärztlicher Versorgung und lokalem Bedarf; einjährige Bedarfserhebung mit Fokusgruppen, Interviews, Netzwerkarbeit und Steuerungsgruppen.

  • Wirkung & Verstetigung: Prozess- und Strukturevaluation mit LMU München; Evaluation über Teilnahmestatistiken, Anpassung wenig nachgefragter Formate; Verstetigung über städtische Mittel und Gesundheitsmanager:innen im Gesundheitsreferat.

Dr. Verena Lindacher bei der Vorstellung PiA – Präventionsnetz im Alter: Ein Fachkräftenetzwerk im Münchner Stadtteil Ramersdorf-Perlach am 11.11.2024
Das Ziel ist, die Gesundheitsförderung und Prävention möglichst wohnortnah, zielgruppenorientiert und partizipativ im Quartier umzusetzen – mit dem, was da ist, mit den Leuten, die da sind.

Dr. Verena Lindacher ,
Interview vom 06.03.2025

Erfolgsfaktoren

  • Enge Vernetzung mit sozialen und Bildungseinrichtungen.

  • Stabile, kleinräumige Netzwerke im Quartier (direkte Ansprache, Informationsweitergabe, Handlungssicherheit vor Ort).

  • Partizipative und systematische Bedarfserhebung.

  • Kommunale Verankerung über Gesundheitsmanager:innen.

Stolpersteine

  • Schwierige Integration medizinischer Akteure.
  • Mangelnde lokale Resonanz einzelner Maßnahmen.
  • Kurzfristige Wirkung schwer messbar (Grundproblem der Prävention).
  • Folgefinanzierungen brauchen oft „etwas Neues“.

Lessons Learned

Key Take-Aways für andere Kommunen

  • Gesundheitsförderung braucht kleinräumige, ressortübergreifende Netzwerke.
  • Bedarfserhebung muss partizipativ und ausreichend lang angelegt sein.
  • Kommunale Gesundheitsmanager:innen schaffen Verbindlichkeit.
  • Kassenmittel können Anschub geben, kommunale Mittel sichern Dauerhaftigkeit.

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