
Projektüberblick
Die vdek-Modellprojekte „Gesund Altern“ und „Pflegen im Quartier“ zeigen, wie Prävention auch ältere, vulnerable und bereits pflegebedürftige Menschen im direkten Lebensumfeld erreichen kann. Auf Grundlage des Präventionsgesetzes setzte der vdek gemeinsam mit Ersatzkassen und lokalen Partnern modellhaft gesundheitsfördernde Ansätze in Quartieren um. Im Zentrum stehen lokale Quartierskoordination, Planungskreise und niedrigschwellige Angebote zu Bewegung, Ernährung, sozialer Teilhabe und Entlastung pflegender Angehöriger. Die Projekte machen deutlich, dass Gesundheitsförderung im Alter besonders wirksam ist, wenn Pflege, Kommune, soziale Träger und lokale Netzwerke zusammenarbeiten.
Kommunale Prävention
Zentrale Erkenntnisse
- Projektlogik: Bundesweite Modellprojektfamilie seit 2021 zur Entwicklung gesundheitsförderlicher Quartiere, in mittlerweile 18 ländlichen Modellstandorten und mit Blick auf ältere Menschen sowie pflegende Angehörige.
- Zielgruppe: Alleinlebende, wenig mobile, hochaltrige oder pflegebedürftige Menschen; chronisch Erkrankte; pflegende An- und Zugehörige in strukturschwachen bzw. ländlichen Quartieren.
- Zentrale Bausteine: Bewegungsförderung (zugängliche Bewegungsangebote), gesunde Lebensführung, soziale Teilhabe, Mobilität, altersgerechte Kommune sowie Gesprächskreise und Pflegesprechstunden für pflegende Angehörige.
- Umsetzung & Steuerung: Lokale AWO-Koordinator:innen, Planungskreise, Bürgerdialoge nach Zukunftswerkstatt-Prinzip, Fokusgruppen und Arbeitsgruppen; Praxisleitfaden mit Checklisten und Umsetzungsschritten.
- Wirkung & Verstetigung: Partizipativ-evaluative Begleitung; positive Effekte bei Bewegung, Kontakten und Einsamkeit; Nachhaltigkeitswerkstätten und Fortführung zentraler Maßnahmen an vielen Standorten; Praxisleitfaden als praktische Arbeitshilfe für Praktiker:innen und Entscheidungsträger:innen, die eine gesundheitsfördernde Quartiersentwicklung für ältere Menschen anstoßen wollen.

Die Angebote sind bewusst niedrigschwellig konzipiert: kostenfrei, wohnortnah und konsequent an den Bedarfen orientiert, die von den älteren Menschen selbst benannt wurden.
Mandy Krüger,
Referentin der Gesundheitsförderung und Prävention, vdek. Interview vom 02.07.2025
Erfolgsfaktoren
- Kontinuierliche koordinierende Ansprechperson vor Ort.
- Enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern für mehr Vertrauen und Einbindung in bestehende Angebote.
- Frühe Beteiligung relevanter Akteur:innen und Zielgruppen.
- Nicht parallel neu schaffen, sondern Bestehendes stärken und gezielt weiterentwickeln.
Stolpersteine
- Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen braucht Zeit, besonders in ländlichen Regionen.
- Knappe Ressourcen in ländlichen Regionen.
- Verstetigung über Förderzeitraum hinaus gelingt nicht überall, Fehlen verlässlicher Strukturen.
- Sinkende Motivation im Planungskreis bei Ausbleiben unmittelbarer Effekte.
Lessons Learned
Key Take-Aways für andere Kommunen
- Quartierskoordination ist die Schnittstelle zwischen Pflege, Gesundheit, Soziales und Kommune.
- Planungskreise schaffen gemeinsame Verantwortung und Priorisierung.
- Pflegende Angehörige müssen als eigene Zielgruppe adressiert werden.
- Praxisleitfäden ermöglichen Transfer in andere Kommunen.



